Facharzt für Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie und Unfallchirurgie

Tattoo-Entfernung

wenn die Jugendsünde weg muss

Jeder 5te Deutsche ist tätowiert. In der Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren sogar jede 2te Frau. Doch nicht jedes Tattoo gefällt oder passt bis zum Lebensende. Jeder 10te bereut sein Tattoo. Lebensveränderungen lassen das Tattoo als nicht mehr passend erscheinen. Es ist der Name der oder des Verflossenen, der neue Partner findet das Tattoo nicht allzu sexy … und, und, und.

Es gibt viele Gründe, warum man sein Tattoo dann los werden möchte.

Heute wird zur Tattoo-Entfernung das Lasern als Standardtechnik angesehen. Über 1 Million Menschen nehmen jedes Jahr diese Behandlung in Anspruch.

Doch das Lasern ist, wie das Tätowieren nicht ohne gesundheitliche Risiken.

Der Laser zerschießt die Farbpartikel mit einem hochenergetischen Lichtimpuls. Die verkleinerten Pigmente werden dabei stark erhitzt und anschließend vom Immunsystem über die Lymphe in die Lymphknoten abtransportiert. Die Lymphknoten funktionieren wie kleine Filterstationen in denen die Partikeln gesammelt werden. Bei Untersuchungen dieser Lymphknoten werden regelmäßig teilweise toxische Farbbestandteile mit Schwermetall-Anteilen (Kadmium, Blei), sowie Allergene, wie Nickel, oder krebserregende Amine nachgewiesen.

Das bedeutet, dass wenn auch das Tattoo nicht mehr zu sehen ist, ist nur das äußere, beziehungsweise das sichtbare Problem behoben. Denn die Farben und ihre Bestandteile sind zwar auf der Haut nicht mehr sichtbar, doch weiterhin im Körper.

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) fanden heraus, dass die Pigment-Bruchstücke giftig und krebserregend sein können. Bei der Laser-Behandlung, z.B. von Pigmentblau, können krebserregende Spalt-Produkte wie Benzol und Benzonitril sowie Blausäure nachgewiesen werden. Falls großflächige Tätowierungen mit einer Laserbehandlung entfernt werden, dann besteht laut BfR die Gefahr, dass Konzentrationen der Pigmente entstehen, die zu Zellschäden in der Haut führen. Diese Risiken sind den meisten Menschen, die sich tätowieren bzw. lasern lassen nicht bekannt.

Doch auch die Haut reagiert heftig auf die Lasertherapie. Die hochenergetische Strahlung verursacht Verbrennungen. Es zeigen sich Rötungen, Blasenbildung, Verkrustungen und Abschuppungen. Die Haut reagiert mit heftiger Entzündungs-Reaktion und braucht etwa vier Wochen zur Regeneration. Und das nach jeder Laserbehandlung.

Siehe 1. Bild: Blasenbildung nach Lasertherapie

Ein häufiges Problem sind bunte und tief gestochene Tattoos, die die ganze Haut durchsetzen, man spricht dann von überstochenen Tattoos.

Diese stellen eine schwierigere Aufgabe dar, denn auch wiederholte Laser-Behandlungen können sie nicht ganz oder nicht ohne Narben entfernen. Zudem bleibt häufig ein Schatten des Tattoos auf der Haut sichtbar.

Bild 2: Nach 6 fachem Versuch der Tatto-Entfernung mit Laser zeigte sich kein Erfolg

 

Die Alternative zum Lasern

Wer sein Tattoo los werden möchte, der hat also aus medizinischer Sicht nicht viele Möglichkeiten.

Chirurgische Tattoo-Entfernung

Eine, die die Farbbelastung am besten reduziert ist die chirurgische Tattoo-Entfernung. Allerdings gibt es auch hier einen Nachteil. Eine Narbe bleibt. Und hier sind plastische-ästhetische Chirurgen gefragt.

Bild 3: Narbe direkt nach der chirurgischen Tattoo-Entfernung in lokalen Betäubung. Nach etwa 6 Monaten wird die Narbe abblassen und im Idealfall nur als eine dünne Linie sichtbar sein.

 

Bei kleineren Tattoos kann eine Operation ausreichend sein. Das Tattoo wird komplett entfernt und die Haut im Sinne einer Hautverschiebe-Plastik verschlossen. Nach etwa 7 bis 10 Tagen verbleibt eine linienförmige, zarte, meist unauffällige Narbe.

Bei einem großflächigen Tattoo können möglicherweise mehrere Sitzungen nötig sein.

Bei größeren länglichen Tattoos kann eine stufenweise Technik angewendet werden. Nach einer Teilentfernung kann, wenn sich die Haut erholt hat, ein weiterer Teil des Tattoos entfernt werden. Diese Technik wird serielle Tattooentfernung genannt.

Bei sehr großflächigen Hautarealen können sogenannten Expander genutzt werden. Diese werden zunächst seitlich des zu entfernenden Bezirkes eingepflanzt und dienen einer Hautvordehnung. Nach Entfernung des Tattoos kann dann die so gewonnene Hautschicht in die entstandene Lücke hinein geschwenkt werden. Im Idealfall resultiert eine unauffällige Narbe.

Üblicherweise können diese Eingriffe in Lokalanästhesie durchgeführt werden. Bei größeren und längeren Behandlungen kann man auch ein Dämmerschlaf oder ev. eine Vollnarkose in Anspruch nehmen.

Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Die Kosten bzw. Preise der chirurgischen Tattooentfernung sind abhängig von der Größe und Lokalisation des Tattoos. Im Schnitt sollten Sie mit Kosten von 1.500 -3.000 € für die Entfernung eines handtellergroßen Tattoos rechnen. Dämmerschlaf oder eine Vollnarkose führen zu weiteren Kosten (ca. 300 – 800 €).

Vor einer chirurgischen Therapie empfehlen wir eine Beratung bei einem/r sehr erfahrenem/er Facharzt/Fachärztin für Dermatologie oder plastische Chirurgie. Diese können die Problematik Ihres Tattoos bereits im Vorfeld sehr gut einschätzen und Ihnen ggf. zunächst eine Probe-Laserung anbieten. Sollte diese nicht zum Erfolg führen, oder Ihr Tattoo enthält die Farben orange, rot oder lila, wird der Weg der chirurgischen Therapie für Sie wohl der sicherste sein.

Praxisklinik

Sophienstraße 4 • 76530 Baden-Baden
Tel. +49 7221 972 120
eMail: info@praxisklinik-baden.de

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